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Race'n'Chase.jpg

Der erste Entwurf (Modell aus Pappe)

Race’n’Chase (dt. Rennen und verfolgen) war das erste Konzept für Grand Theft Auto 1 während der Entwicklung des Spiels. Die Entwicklung wurde von DMA Design vorgenommen, welche bereits für die „Lemmings“-Spielserie bekannt waren.

Spieldesign

Ursprünglich plante DMA Design mit Race’n’Chase ein spaßiges und immersives Rennspiel mit großem Fokus auf den Mehrspieler zu entwickeln.

Dabei findet das Gameplay nicht nur in Fahrzeugen statt, da der Spieler auch aussteigen und andere Wagen stehlen konnte.

Das Spiel sollte die Spielmodi „Cannonball Run“, „Demolition Derby“ und „Bank Robbery“ enthalten.

Als „Cannonball Run“ waren Kontrollpunktrennen angedacht, die gegen computergesteuerte Gegner oder andere Mitspieler gefahren werden sollten. Besonderes Augenmerk war auch auf das Erreichen von Bestzeiten und damit das Durchsetzen gegen andere Mitspieler gelegt.

„Demolition Derby“ war eine Crash-Challenge, bei der Spieler einander ihre Fahrzeuge zerstören sollten. Gewinnen hätte derjenige Spieler sollen, dessen Wagen am längsten durchhält, ohne zerstört zu werden. Ort der Demolition Derbys sollte offenbar die gesamte Stadt werden. Eine alternative Spielweise sah vor, dass zerstörte Fahrzeuge respawnen sollten. Gewinner wäre dann derjenige gewesen, der die meisten anderen Fahrzeuge zerstört hätte.

„Bank Robbery“ war wohl der Spielmodus, der dem klassischen Grand-Theft-Auto-Gameplay am ähnlichsten ist. Der Spieler konnte dabei zwischen den Fraktionen der Räubern und der Polizisten wählen.
Als Räuber hätte der Spieler von seinem Überfallort zu einer sicheren Stelle wie einem Speicherhaus fahren sollen, ohne von der Polizei erwischt oder getötet zu werden.
Die Polizei hätte den Spieler von seiner Flucht aufhalten sollen. Dabei haben zumindest die computergesteuerten Polizisten die Möglichkeit gehabt, aus ihren Fahrzeugen auszusteigen und auf den Spieler zu schießen.

Spielwelt

Als Ort des Geschehens sollten drei Städte dienen, die einander grafisch und im Aufbau stark unterscheiden. Diese Städte hätten nacheinander mit Erreichen bestimmter Ziele freigeschaltet werden sollen.

Es war geplant, dass der Spieler durch das Spielen von Missionen Orientierung über seine Spielwelt gewinnt. Dabei sollte sich der Spieler anhand von Sehenswürdigkeiten und Straßennamen zurechtfinden. Als Erleichterung sollte eine Karte im Pausenmenü dienen, welche jedoch nur aufgerufen werden konnte, wenn das Fahrzeug des Spielers angehalten bzw. geparkt war. Zusätzlich sollten dem Spiel große und detaillierte gedruckte Karten als Orientierungshilfe beigelegt werden.

Grafik

Race’n’Chase nutzte die „Overhead Perspective Engine“, die von Mike Dailly programmiert wurde. Mit der Engine wurden Gebäude dreidimensional und Fahrzeuge als Sprites dargestellt, wie es auch im veröffentlichten Grand Theft Auto 1 der Fall ist. Die Sprites basierten auf gerenderten Modellen.

Weiterhin sollte es eine Zoom-Funktion geben, welche manuell und bei Fahrten mit Wagen automatisch gesteuert werden sollte.

Das Head-up-Display sollte über ein Tachometer, einen Zähler für Umdrehungen und einen Schadensbalken verfügen.

Außerdem waren verschiedene Wetterphänomene wie Schnee oder Gewitter geplant.

Mehrspieler

Es geplant, dass die PC-Version von Race’n’Chase über ein Netzwerk mit verschiedenen Spielern gespielt werden konnte. Die Konsolen-Version sollte dagegen über einen lokalen Mehrspielermodus verfügen.

Entwicklung

Mit der Entwicklung an Race’n’Chase wurde am 4. April 1995 begonnen. Es war geplant, das Projekt am 1. Juli 1996 abzuschließen und zu veröffentlichen. Es sollte für den PC (MS DOS und Windows 95), Sony PlayStation, Sega Saturn und Nintendo 64 erscheinen. Lead-Plattform war der PC.

Während der Entwicklung zeichnete sich ab, dass das Spielkonzept weniger erfolgreich zu werden schien als angedacht. Spielerisch gab es große Probleme mit der richtigen Ausgestaltung des Handlings der Fahrzeuge. Außerdem war das Spiel sehr instabil und neigte häufig zu Abstürzen, was es beinahe unspielbar machte. Der Publisher BMG Interactive erwog sogar die Einstellung der Entwicklung an Race’n’Chase.

Durch einen Spielfehler in der Wegfindung der Polizei kam es schließlich vor, dass diese den Spieler aggressiv rammten und von der Straße drängten. Dies ermöglichte spannendere Verfolgungsjagden und war ein Grund, den Fokus auf ein actionreicheres Spiel zu erhöhen. Race’n’Chase wurde zu „Grand Theft Auto“ umbenannt und der Spieler bekam eine geringe Auswahl an Waffen zur Verfügung, was auch ein vielfältigeres Missiondesign ermöglichte. Der Release Ende Juni/Anfang Juli 1996 wurde verworfen und ein weiteres Jahr der Entwicklung angehängt. Schließlich wurde Grand Theft Auto 1 im Jahr 1997 veröffentlicht.

Verwirklichung in der Grand-Theft-Auto-Serie

Manche Spielelemente von Race’n’Chase wurden zunächst verworfen und erst später in der GTA-Serie verwirklicht.

  • Zu Beginn der Entwicklung war noch offen, ob es neben Autos auch andere Fahrzeuge wie LKW mit Anhänger, Boote und Hubschrauber geben sollte, die ebenfalls vom Spieler gesteuert werden konnten. In Grand Theft Auto 1 existieren schließlich neben Autos noch Motorräder und Züge. Boote und Hubschrauber kommen zwar auch im Spiel vor, können jedoch nicht vom Spieler genutzt werden.
  • Das Verwenden von unterschiedlichen Wetterszenarien taucht zum ersten Mal in GTA III auf. In Grand Theft Auto 2 konnte der Spieler immerhin in den Optionen entscheiden, ob er die Tageszeit auf Mittag oder Abenddämmerung stellen will.
  • Das konsequente Benennen von Straßen − auch auf der dem Spiel beigelegten Karte − kam erstmalig in Grand Theft Auto IV vor.
  • Als Passanten erwog DMA Design auch Kinder und Hunde. Während Kinder niemals in der GTA-Serie auftauchten, gibt es in GTA V erstmals Hunde.

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